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Nutella
und Windel-Biogas: Das Ammerbucher Mütter- und Familienzentrum
MütZe feierte am 4. Juli in der Entringer Kelter seine ersten
15 Jahre. Für Hochstimmung im Saal sorgte das Tübinger Kabarett
inflagranti, das gerade 20 geworden ist.
"Uschis
Asche" heißt das aktuelle Programm der fünf Herren und einer
Dame, die vor zwei Jahrzehnten in Tübingen mit dem Studium
begonnen und sich bis heute die Treue gehalten haben. Heute
sind sie in unterschiedlichen Berufen verankert und haben
zumeist selber Kinder, deshalb begeisterten sie die mehr als
80 Zuhörenden in der Kelter immer wieder mit passenden Gags
und Anspielungen in den durchweg selbst geschriebenen Songs
und Stücken: Da sammeln die beiden Urschwaben Frieder und
Paule aus den Spielplatzmülleimern volle Kinderwindeln, um
aus ihnen ebenso Energie zu gewinnen wie aus der Abwärme der
großen, staatlich geförderten Betriebskindergärten ihrer Mittelstandsunternehmen.
Da kündigt ein frischgebackener Vater seinem Säugling an,
er werde ihn niemals in eine Krabbelgruppe oder Rasselbande
schicken, sondern nur in ein Junior Studio, wo das Kind für
die Anforderungen der Globalisierung gedrillt werde. Und ein
zurückblickender Familienvater bekennt auf einer fiktiven
Trauerfeier, früher habe er Kabarett gespielt, um bei den
Frauen anzukommen, heute spiele er nur, um mal von seiner
Frau wegzukommen.
Früher
sei es ihm um freie Liebe und Chancengleichheit gegangen,
heute kümmere er sich nur noch um sein Iliosakralgelenk und
den Anlagemix. Stephan Fuchs lieferte am Flügel mitreißende
Songkompositionen aus allen Stilrichtungen von Tango bis Jazz
und als zweite Zugabe gab es einen Blues über die braune Paste,
die seit Jahrzehnten die Familien beim Frühstück beschäftigt:
Das Suchtmittel nutella, das dann auch an vielen Wangen und
Nasenspitzen im Publikum Spuren hinterließ, als der Sänger
von der Bühne stieg. Wir bedanken uns herzlich bei inflagranti
und wissen nun endlich, dass wir zukünftig nicht mehr zur
MütZe-Sitzung sondern besser zum Kappenabend einladen sollten.
Astrid
Bachofer
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